Bis zum Mauerfall
Im September 1928 wurde im Kronenlichtspiel der erste Tonfilm gezeigt. Das Besondere daran: Zittau war nach Berlin, wo zur 5. Funkausstellung der Tonfilm vorgestellt wurde, die erste deutsche Stadt, die den Tonfilm vorführte. Die Zittau Nachrichten und Anzeiger vom 26.09.1928: " ... ein technisches Wunder ! ... und hätte doch nicht erschöpfend erzählt, was der Tonfilm dem Gesicht und dem Ohr seiner Bewunderer bietet."
Ab 1930 übernahm Bruno Jezek die Kronenlichtspiele von O. R. Petzold. (Herr Jezek kam aus Decin und hat eine Lehre zum Kellner absolviert) Kurze Zeit später erwarb er auch das Palastkino und das Abachenkino in Zittau, sowie das Lichtspielhaus in Reichenau und Ebersbach. 1932 bittet er seinen in Amerika lebenden Sohn Herbert Jezek, die Firma "Vereinigte Spielhäuser Zittau" zu übernehmen. Herbert Jezek wird während des Krieges zum Militär einberufen. In dieser Zeit kümmert sich seine Frau um die beiden Zittauer Kinos. Es laufen vornehmlich Propaganda- Filme der Nazis. 1945 wird das Kino kurzzeitig geschlossen und die Familie Jezek durch die Sowjets zwangsenteignet.
Bruno Jezek jun. (Enkel von Bruno Jezek sen.) erinnert sich:
"Meine Tante Ruth Noack war gelernte Schneiderin. Sie arbeitete allerdings auch schon mehrere Jahre an der Kasse, bis zur Schließung 1945. Die Winter waren kalt, es gab wenig zu Essen und an neue, warme Kleidung war erst gar nicht zu denken. So kamen meine Mutter und meine Tante auf die Idee, das Kinoinventar zu benutzen. Tante Ruth nahm eine Leiter, kletterte kurzerhand hinauf und schnitt sämtliche Vorhänge ab, die sich im Eingangsbereich, der Garderobe und in den Logen befanden. Die Stoffe waren schwer, die Leiter wackelig und nicht nur einmal wäre sie fast von der Leiter gestürzt. Uns Kindern bereitete das damals einiges Vergnügen. Aus diesem Stoff nähte Tante Ruth mir und meiner Schwester schwere, lange, rote Mäntel. Uns gefielen die Mäntel überhaupt nicht, wie man sich vorstellen kann. Und wir wurden in der Schule dafür ausgelacht, aber wir mussten wenigstens nicht frieren. Das war 1945 und unsere letzte Begegnung mit dem Kronenkino als Besitzer. Viele Jahre später, zu DDR-Zeiten, habe ich dann in meinem Kino wieder arbeiten können bis 1989."
Zur Zeit der DDR wurden einige bauliche und inhaltliche Veränderungen vollzogen. So verschwanden u.a. der Orchestergraben und viele kleine Details. Auf Schlichtheit wurde Wert gelegt, wie die Begradigung und Zusammenlegung von Räumen. Dennoch achtete man auf hochwertige Technik. 1988 wurde das Kino renoviert. In dem Kinosaal, dem "Klub der Werktätigen" fanden in den 80iger Jahren Lesungen, Partei- und andere Betriebliche Veranstaltungen, Schuleinführungen, Jugendweihen und ab und zu auch Filmveranstaltungen statt. Bruno Jetzeks Versuch, das Kronenkino nach der friedlichen Revolution 1989 zu restituieren, scheiterte an den Reglungen des Einigungsvertrages zwischen DDR und BRD.