Geschichte des Hauses


Anfänge des ersten Lichtspielhauses in Zittau

Viele Namen verbinden die Zittauer mit dem Haus in der Äußeren Weberstraße 17. Leicht schräg gegenüber dem ehemaligen Volkshaus gelegen wissen nur noch wenige, dass beide Gebäude einst ein Ensemble der Kultur und des Amüsements waren. Namen wie Filmbühne, Flohkino, Club der Werktätigen sind geläufiger als Kronenkino. Wer aufmerksam die verfallende Fassade betrachtet, entdeckt nicht wenig von dem damalig verkündentem Prestige des ersten Lichtspielhauses in Zittau.

Neben der heute noch sichtbaren klassizistischen Fassade und dem mit geschliffenem Glas reichlich ausgestatteten Vestibül, ist es eine einsame Fahnenstange, die gekrönt vor sich hinrostend von besseren Zeiten kündet. Die gab es vor knapp 100 Jahren, als der Hotelier Otto Richard Petzold in der Weberstrasse neben seiner Gaststätte "Drei Kronen" und dem "Kronenhotel" (später Volkshaus) die Idee hatte, einen Amüsierkomplex für Zittau zu errichten. Im Dezember 1912 nahm das Kronenkino seinen Betrieb auf.

Der Kinosaal umfasste zu dieser Zeit 374 Plätze mit Loge, Sperrplätzen und normalen Sitzen. Vorraum und Kino waren mit Kronenleuchtern und vielen Ornamenten bestückt, wie z.B. einer Krone, Schmetterlingen u.ä., was zum Teil heute noch erhalten ist. Unterhalb der Leinwand befand sich der Orchestergraben, der später nach Einführung des Tonfilms im Jahr 1928 durch eine mehrstufige Holzbühne ersetzt wurde. Betrieben wurde der Lichtspielbetrieb mittels Gasmotor und dazu gehörigem Dynamo. Gezeigt wurden Filme wie "Casanova" mit Iwan Mosjukin und "Metropolis" von Fritz Lang sowie viele Kulturfilme über Vorgänge und Entwicklungen auf den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft, Kunst, Technik, Natur, Sport, Gesundheit und Medizin. Zur Unterstützung dieses Filmprogramms gründete sich 1928 die Zittauer Kulturfilm-Gemeinde.

In der Zeit von 1930 bis 1945 war das Kino im Besitz der Familie Jezek, bis es 1945 zwangsenteignet wurde. Zu DDR-Zeiten fanden einige bauliche und inhaltliche Veränderungen statt. 1988 wurde das Kino renoviert und in den „Klub der Werktätigen“ umbenannt.

Entwicklung von 1990 bis 2004

1990 wurde dem Kronenkino wieder neues Leben eingehaucht. Gerhard Sperling mit seinem PEZ mietete den Saal von der Stadt Zittau für Weiterbildungen in Sachen Computeranwendung und Existenzgründung. Nach ihm zogen die Zeugen Jehovas in den acht Meter hohen Saal und nutzten ihn für ihre geistliche Verkündigung. Doch schon zwei Jahre später kehrte Ruhe ein. Notdürftig, aber ausreichend für den Erhalt, sicherte die Wohnbaugesellschaft den Saal vor größeren Schäden nach einem großflächigen Regenwassereinbruch, der bis heute von der ungenutzten Zeit kündet. Der Alraune e.V. begann zu Beginn des 21. Jahrhunderts dem Ort seinen Namen und ursprüngliche Bestimmung zurückzugeben. In den warmen Jahreszeiten wurden im Kronenkino erstmals wieder Filme aufgeführt.

Der Charme der Gründerzeit war für den Besucher immer noch erlebbar, genauso wie der modrige Geruch, der den Besucher riechen lies, dass man noch sehr nah am ursprünglichen Original war. Unterstützt vom Kunstbauerkino und der Kulturfabrik, die ihrerseits dem nichtkommerziellen Kinofilm mit ihren Filmtheatern in Großhennersdorf und Mittelherwigsdorf seit Mitte der 90-iger einen würdigen Platz in der Kulturlandschaft der Oberlausitz sicherten, suchte man nach einer Idee für eine regelmäßige Nutzung. Sie wurde gefunden.

Am 16. Juni 2004 öffnete das alte Zittauer Lichtspieltheater als Festivalkino für das 1. Neißefilmfestival im Dreiländereck seine Pforten. Seit dieser Zeit findet jährlich das Filmfest als einziges Wettbewerbsfestival für Spielfilme in Sachsen im Kronenkino statt.

Hier geht es zum KULTURBLICK

Besuchen Sie unser

Tagungshaus im Dreieck

Buchverkauf

Für 13,90 € in der Hillerschen Villa erhältlich

Hillersche Villa ist Mehrgenerationenhaus

Mit freundlicher Unterstützung