Die Hillersche Villa wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Sie war über Jahrzehnte der Sitz der Familie Hiller. Gustav Hiller, Erfinder aus Großschönau, gründete mit Hilfe der Erlöse aus seinem ersten Patent, einer Maschine zur Herstellung von Gardinenkordeln, die Zittauer Phänomenwerke. Sie waren zu DDR-Zeiten als VEB Roburwerke Zittau bekannt. Produziert wurden hier Fahrräder der Marke Phänomen, das Phänomobil und später der Robur-LKW. Während der Naziherrschaft wurde Frau Hiller, Jüdin, gegen eine jährliche Zahlung von 300.000 Reichsmark von der Deportation freigekauft. Nach dem Krieg übersiedelte die Familie in die Westzone.
Seit 1991 ist die Hillersche Villa Sitz des Soziokulturellen Zentrums MUK e.V. - heut Hillersche Villa e.V. Im Jahr 1993 schenkten die Enkeltöchter Gustav Hillers, Frau Anne Frommann und Frau Claudia Siede-Hiller dem Verein dieses Haus.
Die Ausstellung
Die Hillersche Villa - ein Haus und seine Bewohner
Von 1889 bis 1891 wurde die Villa vom Zittauer Architekten W.R. Poppe erbaut. Über Jahrzehnte war sie seine Heimat und Sitz der Familie Hiller. Gustav Hiller, Erfinder aus Großschönau, baute mit den Erlösen seines ersten Patentes die Zittauer Phänomenwerke auf. Nach Enteignung und Verstaatlichung fimierten sie zu DDR-Zeiten als VEB Roburwerke. Für Berta Hiller wurde die Villa während ihrer letzten vier Lebensjahre zum Gefängnis. Als Jüdin stand sie unter Arrest und starb 1942 im Haus. Von der Deportation wurde sie für sehr viel Geld von der Familie freigekauft. Ihre Enkeltöchter, Dr. Anne Frommann und Dr. Claudia Siede-Hiller erbten das im Familienbesitz verbliebene Haus und schenkten es 1993 dem Multikulturellen Zentrum e.V.
Die Ausstellung zeigt Fotografien der Familie Hiller und ist von Montag bis Freitag, 8 bis 15 Uhr im 1. OG der Hillerschen Villa zu besichtigen.